Pressemitteilung 20.09.2017

10.09.2009 Erklärung des DKP-Kreisvorstands zum 'Karikaturenstreit'

Die Erregung über eine Karikatur im Gießener Echo ist erstaunlich. Die Aufregung von Gerhard Merz (SPD) rührt wohl eher daher, ein durch die Bundesführung seiner Partei zu verantwortendes schlechtes Wahlergebnis nicht verkraften zu können. Ein nicht zu überbietender Zynismus im Vergleich zu der kritisierten Karikatur besteht doch darin, den Krieg in Afghanistan nicht nur zu verharmlosen, sondern in der Großen Koalition zu betreiben. Da werden Kinder umgebracht und im Nachhinein zu Talibanen ernannt, Tausende Menschen werden ermordet und verhungern. Wer sich davon nicht distanziert und darauf drängt, endlich die Truppen aus dem fernen Land abzuziehen, wo "wir" angeblich unsere Freiheit verteidigen, macht sich mitschuldig. Menschenverachtend ist nicht die Karikatur, die durchaus Kritik hervorrufen kann, sondern die Kriegsführung und die hierfür geschaffenen Agenda 2010, die die Menschen in Armut zu stürzt. Wenn Herr Steinmeier 4 Millionen Arbeitsplätze verspricht, wobei die Praxis der SPD - Rente mit 67 u.a.m. - genau das Gegenteil bewirkt, dann kann dies nur bösartige Satire hervorrufen. Und eine Unterscheidung nach dem Motto "nur wo Satire drauf steht, darf Satire drinsein" ist einfach lächerlich. Im übrigen hatten sowohl die Gießener Tageszeitungen als auch Gerhard Merz das Gießener Echo bereits seit mehreren Tagen vorliegen und ereiferten sich erst später aufgrund eines anonymen Flugblattes, in dem weder die Quelle der Karikatur, die "Titanic", noch die das Layout gestaltende Echo-Redaktion aufs Korn genommen wurden, sondern der "Gießener Stadtverordnete Michael Beltz".

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