Pressemitteilung 30.04.2017

21.07.2009 Landesgartenschau absagen!

So wie die Stadt Alsfeld die Durchführung des letzten Hessentages zurückgenommen hat, sollte die Stadt Gießen rechtzeitig die Notbremse ziehen und die Landesgartenschau absagen. Angesichts der andauernden Wirtschaftskrise, unsicherer Landeszuschüsse und Rückgang der kommunalen Einnahmen ist dieses Projekt nicht mehr zu verantworten. Die gesamte Planung hat unkalkulierbare Dimensionen erreicht, die es als unverantwortlich erscheinen lassen, dafür 20 Millionen Euro auszugeben. Auch ist es nicht hinnehmbar, dass die Gießener zweimal bezahlen müssen - einmal durch ihre Steuergelder und zum zweiten mit der Bezahlung von Eintritt, um ihren gewohnten Spaziergang machen zu können. Zusätzlich zu den enormen finanziellen Risiken und Unwägbarkeiten gibt es weitere Gründe von der Landesgartenschau Abstand zu nehmen. Der Verkehrsübungsplatz, das Schwimmbad, Kleingärten und das Sportgelände von der SpVgg Blau-Weiß ist in die Planung einbezogen. "Hier soll der Nordstadtverein zwangsumgesiedelt werden. Das ist nicht hinnehmbar," betont Michael Beltz. "Die Auszeichnung für hervorragende Integrationsarbeit und die Tatsache, dass hundert Kinder unter 14 Jahren hier Sport treiben, wird ignoriert. Wie sollen diese Kinder an die Miller-Hall kommen?" "Wir haben uns blenden lassen von der Aussicht auf ein attraktives Erholungsgebiet in unserer Stadt, von der Schaffung von Arbeitsplätzen. Ebenso waren die in Aussicht gestellten Landeszuschüsse für einen Brückenbau über die Lahn und die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes Motivation, dass ich mit unserer Fraktion zugestimmt habe", sagt Michael Beltz selbstkritisch. Die bisher formulierte Planung der Landesgartenschau lässt das Gegenteil der Hoffnungen auf Renaturierung und Verbesserung der Umwelt erwarten. Noch ist nicht absehbar, welche Umweltschäden u.a. auch durch die zu erwartenden Besuchermassen angerichtet werden können. Die durch den Verzicht auf die Durchführung der LGS freiwerdenden Gelder sollten in unserer durch den Rathausbau hoch verschuldeten Stadt für die mehrfach angemahnte Renovierung von Schulen und für soziale Aufgaben genutzt werde. Geld wird benötigt für die Ausweitung des Gießen-Passes, für die Erstausstattung von Schulkindern und auch für die vielen Initiativen wie Wildwasser, Frauenhaus, Pro Familia und für alle Organisationen, die den in Not geratenen Menschen helfen.

zurück zur Übersicht