Pressemitteilung 17.10.2017

29.12.2012 Keine Kriegspropaganda an Schulen!

Die DKP Gießen wendet sich nachdrücklich gegen das massive Auftreten der Bundeswehr an Schulen. Laut einer offiziellen Übersicht sollen allein in den nächsten drei Monaten an 200 Schulen Bundeswehr-Werbe-Veranstaltungen stattfinden, darunter am 1. Februar an der Herderschule und am 14. Februar am Landgraf-Ludwig-Gymnasium in Gießen.

Michael Beltz, Mitglied des Kreisvorstands der DKP und Stadtverordneter der Linksfraktion in Gießen, erinnert an seinen vor zwei Jahren gestellten Antrag:

„Der Magistrat wird beauftragt, in Absprache mit den Schulleitern dafür zu sorgen, dass die Bundeswehr keine Propaganda in Gießener Schulen veranstaltet.“

In der Begründung hieß es u.a.: „Die politische Bildung – auch in Fragen der Sicherheitspolitik – gehört in die Hand der dafür ausgebildeten pädagogischen Fachleute und nicht in die von Jugendoffizieren.“ Er zitierte aus einem Aufruf der GEW: „Die Schule ist kein Ort für Rekrutierung von Berufssoldatinnen und –Soldaten. Es muss strikt darauf geachtet werden, dass die Bundeswehr weder offen noch verdeckt junge Leute für den Militärdienst wirbt. Farbenfrohe Bilder einer „Armee im Einsatz“ zur Werbung von Nachwuchs für die kämpfende Truppe haben in der Schule nichts verloren... Wir wollen, dass die Schülerinnen und Schüler zum Frieden und zum gemeinsamen Leben und Arbeiten erzogen werden, nicht zum Krieg führen und Töten.“

Michael Beltz bedauert, dass dieser Antrag abgelehnt wurde und den Gießener Stadtverordneten von CDU, SPD, Grüne, FDP und den Freien Wählern der Nachwuchs für Kanonenfutter mehr am Herzen lag als die Erziehung zu Frieden und Solidarität.

Er betont, dass die Bundeswehr keine Verteidigungs- sondern eine Kriegs-Armee ist. Ihre Aufgabe ist es, deutsche Interessen in aller Welt durchzusetzen, „den freien Zugang zu Rohstoffen und Weltmärkten zu sichern“, wie es offiziell heißt.

Kriegsverbrechen der Bundeswehr – wie das Massaker in Kundus – werden zum Alltag, der nächste Kriegseinsatz in der Türkei mit der Stationierung von Patriot-Raketen steht bevor.

Nicht nur DKP und GEW sind gegen Bundeswehrpropaganda an den Schulen, sondern auch: Terre des Hommes, Unicef, die Kindernothilfe und das Katholische Missionswerk Missio und der Bayrische Elternverband.

Es ist an der Zeit, dass auch in Gießen Eltern und verantwortungsbewusste Lehrkräfte hier Einhalt gebieten.

 

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