Termin 17.02.2019

07.03.2019 Der Brexit, die britische Linke und die Gewerkschaften - Mit Christian Bunke

Am 29. März soll Großbritannien aus der EU austreten. Ob es wirklich dazu kommt steht aber in den Sternen. Klar ist nur, dass der Brexit eine in dieser Form noch nie dagewesene Staatskrise verursacht hat. Im Raum steht eine Spaltung der britischen Konservativen, der langlebigsten und erfolgreichsten bürgerlichen Partei Großbritanniens. Auch ob Großbritannien mittelfristig in der heutigen Form bestehen bleiben wird ist fraglich. Der Nordirlandkonflikt droht wieder aufzubrechen, die schottische Unabhängigkeit steht weiter auf der Tagesordnung.

Gleichzeitig ist der Brexit Symptom, nicht Ursache einer tief sitzenden sozialen Krise. Jahrzehnte des Neoliberalismus haben Land und Leute ausgelaugt. Obdachlosigkeit, Niedriglöhne und unsichere Arbeitsbedingungen sind so hoch wie lange nicht mehr. Zehntausende Kinder gehen hungrig zur Schule, weil ihren Eltern das Geld für deren Ernährung fehlt.

Die Folge davon ist eine politische Polarisierung, von der linke Kräfte profitieren können. In den vergangenen Monaten gab es erstmals in der Geschichte Streiks bei McDonalds und der riesigen Kneipenkette Wetherspoons. Eine junge Generation möchte die Dinge nicht mehr ertragen. Aus dieser Stimmung speist sich die andauernde Unterstützung für den linken Labour-Parteichef Jeremy Corbyn und sein Programm. Erstmals seit Jahrzehnten wird wieder über die Verstaatlichung privatisierter Industrien wie die Eisenbahnen oder die Wasserversorgung diskutiert. Doch auch rechtsradikale Kräfte mobilisieren. Sie könnten profitieren, wenn die britische Gewerkschaftsbewegung und die Linke der Situation nicht ihren Stempel aufdrücken.

Christian Bunke ist als freier Journalist aktiv in Wien und Großbritannien. Er schreibt unter anderem für die Tageszeitungen junge Welt und Neues Deutschland, die Mitgliederzeitungen der Gewerkschaft ver.di und das Wirtschaftsmagazin Luna Park 21.

Veranstalter: DGB Region Mittelhessen

Donnerstag, 7. März 2019, 19.00 Uhr, DGB-Haus Gießen, Walltorstr. 17, Dachsaal

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