Termin 18.12.2017

16.11.2017 Berufsverbote - "vergessene Geschichte"

Vor 45 Jahren trat unter Bundeskanzler Willy Brand (SPD) der sog. Radikalenerlass in Kraft. Jeder, der „nicht die Gewähr dafür bietet, jederzeit für die freiheitlich-demokratische Grundordnung einzutreten“, sollte aus dem öffentlichen Dienst entlassen bzw. nicht eingestellt werden. Der Wortlaut ist identisch mit einem entsprechenden Gesetz, das auch die Nazis erlassen haben und richtete sich – wie damals – vor allem gegen Kommunisten und andere engagierte Demokraten. Das war der Beginn einer maßlosen Gesinnungsschnüffelei und Bespitzelung. Bundesweit gab es bis zu 3,5 Millionen Überprüfungen, 11.000 offizielle Berufsverbotsverfahren, 2.200 Disziplinarverfahren, 1.250 Ablehnungen von Bewerbungen und 265 Entlassungen. In Gießen waren die beiden Postbeamten Axel Brück und Egon Momberger sowie der Lehrer Mario Berger Opfer von Berufsverbot, und es gab zahlreiche weitere Verfahren. Eine Rehabilitierung hat bis heute nicht stattgefunden.


Ausstellungseröffnung
Donnerstag, 16. November, 18 Uhr
Sie wurde organsiert vom Bündnis "Berufsverbote Hessen", dem die IG-Metall Bezirk Mitte, ver.di Hessen, die GEW Hessen, die VVN/BdA Hessen sowie Betroffene angehören.


Podiumsdiskussion
Berufsverbote und die Folgen
Patrik Köbele, Parteivorsitzender der DKP
Renate Bastian, vom Berufsverbot Betroffene und Stadtverordnete der Marburger Linke
am Mittwoch, dem 22. November, um 18 Uhr im DGB-Haus, Dachsaal
Veranstalter: DGB Mittelhessen, DKP, VVN/BdA, Rote Hilfe


Diskussionsveranstaltung
Überwachung und politische Repression heute
am Donnerstag, dem 30. November, um 18 Uhr im DGB-Haus, Dachsaal mit
Henning Mächerle, Rote Hilfe
Veranstalter: DGB Mittelhessen, DKP, VVN/BdA, Rote Hilfe

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